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  • A Keukert

Den Sommer ertanzen - vom Glück der Leichtigkeit

Aktualisiert: 26. Aug.


Ich lade dich heute auf eine Reise durch den Sommer mit mir ein. Dazu, diese wundervolle Jahreszeit zu erfühlen und vielleicht mal etwas anders wahrzunehmen als sonst.


Wenn am 21.06. die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, beginnt der Sommer. Die Tage sind dann lang, hell und warm, manchmal sogar heiß. Alle diese Eigenschaften werden in der chinesischen Philosophie dem Yang zugeordnet.



Der Sommer ist die Jahreszeit der Fülle, der Lebensfreude, der Leichtigkeit.

In der Natur grünt und blüht alles, Insekten wie Bienchen, Hummeln und Schmetterlinge fliegen in Hochform umher, die Grillen zirpen, die Vögel suchen eifrig nach Nahrung für ihre Jungen. Es ist Paarungs- und Aufzuchtzeit. Aktivität pur! Der Überfluss und die Fülle dieser Jahreszeit sind greifbar und spürbar.


Auch wir spüren diese Stimmung ganz deutlich:

Wir gehen gerne aus, feiern Feste, pflegen Freundschaften. Tanzen, Singen, Lachen, sind fröhlich und heiter. Lebensfreude pur. Jetzt ist die Zeit, um verrückt zu sein, die Leichtigkeit des Seins zu genießen, überschwänglich zu sein.

Kannst du dich noch an deine Pubertät erinnern? So ist der Sommer jedes Jahr in klein und kürzer! Wie im Großen so im Kleinen, heißt es in der chinesischen Philosophie! Die Pubertät und die Zeit der Partnersuche, unsere Hochzeit ist der Sommer unseres Lebens. Unsere Hoch-Zeit.

In dieser Zeit geht es um Beziehungen. Darum, eine/n PartnerIn zu finden. Aber auch Freundschaften zu pflegen. Die Pubertät ist die Zeit des Richtungswechsels, wie an einer Kreuzung, an der wir entscheiden müssen, wie unser Weg weiter geht. Für was brennen wir? Für was leben wir? Was ist unsere Aufgabe?

Das Leben beginnt, neue Formen anzunehmen: Wir ergreifen einen Beruf, ziehen zu Hause aus, nabeln uns von den Eltern ab, kommen in eine andere Umgebung und suchen uns dort einen anderen Freundeskreis. Alles auf neu, nach und nach. Die große Frage dahinter ist: wen lasse ich in meine Nähe – in meinen Tanzbereich – und wer darf dort nicht hinein? Wer ist mir sympathisch und wen möchte ich nicht (mehr) in meinem Leben haben?




 

Erfahrung:

Wenn du magst, strecke mal beide Arme weit von dir, Hände aufgerichtet, sodass die Fingerspitzen zum Himmel zeigen. Und jetzt drehe den Rumpf langsam erst in die eine, dann in die andere Richtung und nehme den Raum, den deine Arme um deinen Körper herum beschreiben ganz aufmerksam wahr! Das ist dein Tanzbereich, dein ganz persönlicher Bereich, in den nicht jede/r hinein darf. Nur wenn du die andere Person dazu einlädst, darf sie in diesen ganz persönlichen Tanzbereich eintreten! Dies geschieht jeden Tag – ganz unbewusst. Wenn du magst, nimm das mal demnächst ganz bewusst wahr. Auch, wie du dich in der Nähe anderer Personen fühlst.



 


Auch der Sommer hat genau diese Energien in sich vereint. Denke an die Feste, die wir jetzt feiern – mit anderen Menschen, die wir mögen. Dadurch stärken wir unsere Beziehungen zu anderen, befreunden und verlieben uns. In Partnerschaften wird die Liebe gefestigt, schon alleine durch diese Aktivitäten. Wir erleben gemeinsam etwas, fahren in Urlaub, machen Ausflüge, sind auf Tour. Das schweißt zusammen.

Jetzt ist das Yang am höchsten: ganz viel Wärme (innen wie außen), ganz viel Lebensfreude und Liebe. Energie im Überfluss. Die kannst du sogar dazu nutzen, deinem Leben eine neue Richtung zu geben, Ideen kreativ umzusetzen, mit Herzblut und Engagement. Denn auch das sind Eigenschaften, die zum Sommer gehören. Und somit auch zu unseren inneren Energien. Die Energien von Herz, Dünndarm, Perikard und dem Dreifachen Erwärmer.



Aber welche Funktionen haben diese Organe?

Das Herz ist die KaiserIn im Reich. Das Oberhaupt. In der chinesischen Medizin wird das Herz als unsere Seele angesehen. Wobei hier nicht das Organ selbst gemeint ist. Das Herz ist das Bewusstsein, wir können auch sagen „bewusstes Sein“, es koordiniert alle Wahrnehmungen und verarbeitet sie. Alles, was von ihren „Untertanen“ (Augen, Ohren, Tastsinn, Geschmacksinn, Geruchssinn) eingeht, wird hier verwertet.

Wobei die Energien des Dünndarms für sie nach Wichtigkeit aussortiert, damit es im Herzen zu keiner Überforderung und Überlastung kommen kann. Er filtert – wie das physische Organ auch – aus, was der Organismus benötigt und was nicht. Was uns nährt und was nicht. Er trifft jeden Tag unzählige Entscheidungen zum Wohle unseres Lebens. So, wie auch an den unzähligen Kreuzungen des Lebens, an denen wir neue Wege gehen.

Nehmen wir uns etwas zu Herzen, dann nehmen wir einen Rat oder Kritik an, wägen für uns ab, was gut ist. Wir können aber auch Dinge schwer nehmen, uns Sorgen machen, eine Situation als belastend und schwerwiegend empfinden. Dann sagt man in der TCM, ist der Dünndarm nicht stark genug. Er lässt alle Informationen ungefiltert zum Herzen durch. Eine extreme Reaktion wäre die Schockstarre.




Das Perikard ist das physische Herz. Es hält unseren Kreislauf stabil und versorgt so unseren Körper mit den lebenswichtigen Nährstoffen, Sauerstoff. CO2 und andere Abbauprodukte werden abtransportiert, Immunzellen gelangen an den Ort, an dem sie gebraucht werden, Botenstoffe werden im ganzen Körper verteilt.



Aber auch hier gibt es bestimmte Funktionen. Denn in der chinesischen Medizin wird nicht unterschieden zwischen Körper, Geist und Seele. Das Perikard wird auch der Kreislaufsexus genannt. Sexus weist darauf hin, dass wir, dass wir in Verbindung mit dem anderen oder gleichen Geschlecht treten, Partnerschaften eingehen, Sex haben, uns fortpflanzen. Beziehungen auf nicht-sexueller Ebene, wie Freundschaften oder Familie, also Verbindungen zu anderen Menschen, gehören jedoch genauso zur Funktion des Perikards. Es ist sozusagen das Verbindende zwischen uns. Wir öffnen unser Herz für andere.


Und was benötigen wir, um mit anderen in Kontakt zu treten? Richtig! Sprache! Zur Wandlungsphase Feuer gehört auch das Sprechen. Der Austausch. Die Kommunikation. Wir nehmen auf, wägen ab, sind empathisch. Und wir teilen uns mit, kehren unser Inneres nach außen. Das Herz auf der Zunge tragen... Das sind alles Funktionen von Herz und Perikard, Dünndarm und dem dreifachen Erwärmer.

Letzteren kennen wir hier im Westen gar nicht. Er ist ein Zusammenschluss mehrerer Organfunktionen und wird in drei Wärmebereiche eingeteilt: Dem oberen (Zufuhr von Energie), mittleren (Umwandlung) und unteren Erwärmer (Ausscheidung unbrauchbarer Energie. Er reguliert den Temperaturausgleich (Schwitzen, Frieren, Fieber bei Krankheit) des Körpers. Psychisch steht er auch für den Austausch mit anderen Menschen, für soziale Kontakte.



Du siehst, dass unser Feuer ganz schön viele Funktionen in unserem Körper übernimmt! Im Sommer verzeiht uns unser Körper durch die Menge an wärmender, aktiver Yang-Energie ganz viele Eskapaden, wir können aus den Vollen schöpfen und Energie ausgeben. Das würde uns im Winter ganz schnell an unsere Grenzen bringen, uns überfordern, ermüden, sogar auslaugen.


Wie können wir unseren Körper unterstützen, wenn es heiß ist?

Viel Feuer zu haben, bedeutet viel Hitze und Energie. Einerseits gut. Andererseits ist ein „zu viel“ schnell erreicht. Zum Beispiel, indem wir Lebensmittel essen, die uns zusätzliche erhitzen: Fleisch, das gebraten oder gegrillt wird – je dunkler es ist, umso mehr Wärme erzeugt es sowieso schon im Körper. Wird es gegrillt oder gebraten, hat es Kontakt zu noch mehr Feuer und wird energetisch noch heißer. Du möchtest nicht auf das Grillen verzichten? Dann versuche es doch mal mit Obst (Äpfel), Gemüse oder Käse auf dem Grill. Dazu leckeren, kühlenden Salat, wie Tomaten, Gurken oder Chicorée. Spüre mal nach, was dich eher abkühlt.

Überhaupt ist es in der Hitze eine gute Idee, Flüssigkeiten aufzufüllen.

Bitte komme aber nicht auf die Idee, jetzt an Alkohol zu denken. Denn die meisten alkoholischen Getränke erhitzen den Körper zu sehr. Auch hier gilt: In Maßen!

Denn wie in der Natur ist es auch im Körper wichtig, Feuer unter Kontrolle zu halten. Das macht man – logischerweise – mit Wasser. Setze dir doch Wasser mit Früchten und Kräutern darin auf. Das schmeckt nicht so „trocken“ wie reines Wasser. Oder mache dir aus grünem oder Kräutertee „Eistee“. Wobei dieser Tee nicht zu kalt sein sollte, um den Körper nicht damit zu belasten, das zu sich genommene aufwärmen zu müssen. Die Wärme, die wir haben, wollen wir ja behalten, auch über die heißen Tage hinweg.

Den Eistee kannst du herstellen, indem du die Menge des Tees für eine Kanne in nur einer Tasse mit kochendem Wasser aufgießt und ziehen lässt. Wenn der Tee durchgezogen ist, kippst du alles in deine Kanne und schüttest kaltes Wasser dazu uast du einen kühlen, aber nicht zu kalten Tee, der dir genügend Feuchtigkeit für den Tag spendet.



Diese Jahreszeit ist übrigens auch dazu geeignet, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die „verschleimen“ – aber bitte auch hier gilt in Maßen: Kuhmilchprodukte wie Käse, Sahne, Milch etc.

Übrigens hast du oben schon ganz viel gelesen darüber, wie du deine Wandlungsphase Feuer sonst noch stärken kannst: Feiern, soziale Kontakte pflegen. Aber auch Meditation wird dir gut tun. Da der Geschmack des Feuers „bitter“ und die Farbe „rot“ ist, sollten auch immer rote und bittere Nahrungsmittel in einer Mahlzeit enthalten sein.



Wie ertanzt und (er)feierst du dir den Sommer? Kannst du spüren, dass Sommer noch viel mehr ist, als nur Wärme, Urlaub und Sonnenschein? Konntest du etwas mitnehmen aus diesem Artikel? Was ist es? Wenn du magst, mache dir ein paar Notizen dazu und stelle den Sommer unter genau diese Aspekte. Gerne darfst du mir auch dazu etwas schreiben, ich würde mich freuen!


Ich wünsche dir einen wunderschönen Sommer, sonnige und freudige, wilde aber auch ruhige und zurückgezogene Momente, in denen du dein Leben genießen und feiern kannst! Momente, in denen du DICH feiern kannst!

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