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  • AutorenbildA Keukert

Der Weisheit des Körpers vertrauen

Wie du lernst, deinem Körper zuzuhören und seine Bedürfnisse wahrzunehmen, um zum eigenen Heiler zu werden.



Ich habe viele Patienten in meiner Praxis, die über Symptome klagen, die sie nicht zuordnen können. Oft ist es sogar so, dass sie von einer Arzt-Odyssee zum mir kommen und nicht mehr weiter wissen. Einfach, weil der Arzt auch nichts weiter macht, als ihnen Medikamente zu verschreiben. Bei manchen heißt es auch: „Da können wir nichts tun“ oder „Sie sind austherapiert!“ Viele Leute sitzen vor mir und fragen mich: Was kann ICH eigentlich zu meiner Gesundheit beitragen? Was kann ICH eigentlich tun?


Meine Antwort darauf lautet:


Höre deinem Körper zu! Höre hin, was er dir sagen will!


Die uralten Heilmethoden, die auf Erfahrungen basieren und zu denen auch die Traditionelle Chinesische Medizin gehört, besagen, dass die Seele sich durch den Körper ausdrückt. Wird die Seele allerdings nicht gehört, muss sie lauter werden. Wird sie dann immer noch nicht gehört, dann schreit sie noch lauter. Wenn es anfangs nur leicht wehgetan hat, kann es irgendwann richtig schwer wehtun, wenn du nicht reagierst. Je nachdem welche Symptome der Körper zeigt, kannst du daraus herauslesen, wo es gerade ein seelisches Ungleichgewicht gibt. Schmerzt dir zum Beispiel immer wieder der Magen, wenn du morgens auf die Arbeit fahren sollst, kann das bedeuten, dass du dort zu viel Stress hast oder etwas vorgefallen ist, was du noch nicht verdaut hast. Allerdings können das auch nur Anhaltspunkte sein, denn jeder ist anders und jedes Leben – jede Situation – ist verschieden.

Die Botschaft dürfte jedoch wohl jedem glasklar sein: „Ich will dort nicht hin!“


Wenn du wieder gesund sein möchtest, also heil (ganz!), dann gilt es, diese Anzeichen bewusst anzuschauen, dankbar anzunehmen (als Zeichen dafür, dass du wachsen magst) und darauf zu hören. Es hilft nichts, nur hinzunehmen und zu sagen „Ja, ist halt so!“ und weiterzumachen wie bisher. Damit hilfst du dir nicht selbst. Viele kommen an den Punkt, dass sie dann Medikamente einwerfen, die sie ihr Leben lang nicht mehr loswerden. Aber das ist keine Heilung. Das ist das Loswerden von Symptomen. Das wäre genauso, wie wenn am Auto die Ölkontrolllampe leuchtet und wir die Lampe ausbauen, anstatt nach dem Ölstand zu schauen!


In unserer heutigen Gesellschaft möchten wir immer funktionieren – ja, wir müssen immer funktionieren. Denn oft haben wir entweder das Gefühl, es geht nicht ohne uns oder wir glauben, dass wir uns keine Schwäche leisten dürfen, weil wir sonst unseren Job verlieren. Je mehr du allerdings die Anzeichen deines Körpers ignorierst und mit Medikamenten wegdrückst, umso schlimmer wird es auf Dauer werden…



Sicherlich gehört ganz viel Mut dazu

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  • darauf zu vertrauen, dass dein Körper mit dir spricht und mit dir in Kontakt treten will.

  • in deinen Körper hinein zu hören, ihm zuzuhören, hineinzuspüren und ganz bewusst alles wahrzunehmen, was ich gerade fühle. Denn oft werden dabei die Schmerzen oder das Unwohlsein noch deutlicher und stärker und wir glauben, sie dann nicht mehr aushalten zu können.

  • eigene Wege zu gehen. Auf dein Bauchgefühl zu hören. Was ist jetzt gerade gut für dich? Brauchst du vielleicht etwas Ruhe? Oder möchtest du andere Mittel ausprobieren? Schaffst du es vielleicht auf andere Weise? Oder möchtest du eine Ergänzung zu schulmedizinischen Medikamenten? (Anm.: Mein Hausarzt ist bestimmt schon häufig an mir verzweifelt, weil ich seine Rezepte nicht eingelöst habe. Es ging meistens auch anders, mit pflanzlichen Mitteln oder Akupunkturnadeln…)

  • die Zeit aufzubringen, die es braucht, an einer Erkrankung zu wachsen. Denn wir haben ja nicht nur die äußerlich sichtbaren und oft deutlich spürbaren Symptome. Um zu sich selbst zu finden und sich selbst zu helfen, kann manchmal lange dauern und sehr schmerzhaft sein.

  • alle Hürden zu überwinden. Denn auf dem Weg zu sich selbst begegnest du immer wieder Hürden, die es zu nehmen gilt: Ein Arbeitsplatzwechsel mit unter Umständen erheblichen finanziellen Einbußen kann dabei genauso vorkommen wie eine Loslösung vom Partner, Distanz zur Familie oder das Freigeben eines Freundes. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich arbeite nebenbei noch im Pflegesektor und als die Covid-Impfungen herauskamen, wurde erwartet, dass ich mich auch impfen lasse. Zu dieser Zeit war ich allerdings noch nicht so weit und habe auf mein Bauchgefühl gehört. Natürlich wurde ich erst einmal schief angesehen und es gab auch sanfte Widerstände, die ich immer wieder spürte. Denn andere Menschen haben aus ihrer eigenen Erfahrung und ihrem eigenen persönlichen Lebensweg eine andere Denkweise – für sie war die Impfung die richtige Entscheidung - und benötigen eine Erklärung, warum ich so handle, um sich in mich hineinfühlen zu können… So etwas kann auch auftreten und darf auch sein. Das gilt es, zu akzeptieren. Allerdings gab mir der Verlauf der Dinge (für mich) Recht, denn wenige Wochen nach meiner 3. Impfung kam Corona auch in unser Pflegeheim, sodass ich mich zu dieser Zeit geschützter fühlte, als viele meiner KollegInnen, bei denen die Impfung schon länger her war…

  • etwas in deinem Leben zu verändern. Was ist es, das dich schon lange nervt oder ärgert? Was sind deine Träume? Wozu bist du hier auf der Welt und mit was könntest du unsere Gesellschaft bereichern? Was zeichnet




Auf dem Weg zur eigenen Heilung ist es wichtig, immer offen zu bleiben und nicht einseitig zu denken. Es ist gut, in alle Richtungen zu denken und manchmal braucht es auch erst einmal ein stärkeres Mittel, um überhaupt Fuß zu fassen, nur um später gestärkt aus der Sache herauszukommen und dann auf andere Mittelchen zurückzugreifen.

Es ist ganz wichtig, deinen eigenen Weg zu finden und dabei Ärzte, Heilpraktiker, Heiler, Schamanen, Coaches etc. als Berater zu sehen, die dir ihre Sicht darlegen. Was du daraus machst, ist deine Sache! Denn es ist dein Leben und deine Verantwortung! Du sollst selbstermächtigt handeln und wieder dein eigener Heiler sein!




ZManchmal benötigt es ein wenig Übung und persönliches Wachstum, um wieder voll und ganz im eigenen Körper zu verweilen und zu wissen, was er dir eigentlich sagen will. Oft helfen uns Sprüche aus dem Volksmund, um uns eine Richtung zu weisen. Da gibt es unzählig viele Aussprüche, die wir selbst immer wieder gerne zitieren – aber wissen wir wirklich noch um deren Weisheit? Ein paar Beispiele dazu wären:


  • „Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“ Bedeutung: Was hat dich so verärgert? In der TCM verbinden wir die Funktion der Leber mit Emotionen wie Frust und Ärger.

  • „Ich trage eine schwere Last auf den Schultern!“ oder „Ich trage einen schweren Rucksack mit mir rum!“ Bedeutung: Ich habe gerade kein leichtes Leben, alles fühlt sich schwer für mich an. Oft sagen mir das Menschen in Verbindung mit schmerzhaften Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich. Menschen, die das so empfinden, ziehen entweder den Kopf ein oder die Schultern hoch, weil sie Angst vor dem nächsten „Nackenschlag“ haben.

  • „Das geht mir an die Nieren!“ Diese Aussage bedeutet, dass du Angst hast und dass eine Situation dir an die Substanz geht. In der TCM ist die Emotion der Niere tatsächlich die Angst und die Nieren sind die Bewahrer unserer Essenz, unserer Lebensenergie. Eine Situation, die dich so stark ängstig, geht dir also ganz tief.

  • „Das Herz auf der Zunge tragen…“ Bedeutung: Menschen, die ihr Herz auf der Zunge tragen, sprechen aus, was sie denken. In der TCM gehört das Reden zum Herzen.

  • „Mir liegt da was auf dem Herzen…“ ist da sehr ähnlich. Diesen Satz benutzen wir gerne, wenn wir etwas für uns sehr Wichtiges ansprechen möchten und vielleicht nicht so recht wissen wie…

  • „Ein Kloß im Hals stecken haben.“ Das ist ein wenig differenzierter. Der Hals – die Kehle – ist der Ort, an dem wir unsere Sprache bilden, indem wir die Luft durch die Stimmritzen strömen lassen. Steckt uns ein Kloß in der Kehle, können wir vielleicht nicht aussprechen, was wir sagen möchten. Sei es, weil wir Angst vor den Konsequenzen haben oder einfach keine Worte finden. Ein Kloß könnte aber auch ein Ausdruck von Trauer sein, die sich dort manifestiert. Dieses Druckgefühl spüren wir häufig, wenn wir unsere Tränen unterdrücken oder kurz bevor wir zu weinen beginnen.

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Ein ganz wichtiger Punkt zur Selbstermächtigung ist, dass du immer wieder in dich hinein spürst. Wie fühle ich mich jetzt gerade? Fühle ich mich wohl? Oder bedrückt, verärgert oder beschäftigt mich irgendetwas und wenn ja was? Ein wenig Zeit für dich selbst, zum Beispiel mit Meditation, kann dir dabei helfen, auch in alltäglichen Situationen immer mehr in deinem Körper zu sein. Zu Beginn dieses Weges kann es häufiger dazu kommen, dass du diese Übung vergisst und einfach deinem Alltag nachgehst. Das ist nicht weiter tragisch, denn irgendwann wirst du wieder daran denken. Vielleicht macht es anfangs Sinn, sich abends hinzusetzen und zu reflektieren, was heute eigentlich gut gelaufen ist – mit wem habe ich mich gut verstanden? – und wer hat etwas in mir ausgelöst (Ärger, Ängste, Trauer, Eifersucht etc.)? Du kannst diese Erkenntnisse in ein Büchlein schreiben, um immer wieder nachlesen und den Fortschritt deines persönlichen Wachstums erkennen zu können. Und bitte vergleiche dich niemals mit anderen Menschen, denn du bist einzigartig und gehst deinen ureigenen Weg! Dieser benötigt seine Zeit und somit hast du auch dein ureigenes Tempo in deinem Wachstumsprozess…


Hat mein Artikel dir gefallen? Habe ich dich zum Denken angeregt? Vielleicht möchtest du mir deine eigenen Gedanken dazu mitteilen und mit mir in Kontakt treten? Gut möglich, dass du schon mitten in deiner persönlichen Entwicklung bist und nicht weiter kommst? Ich würde mich sehr freuen, von dir zu hören!

Herzliche Grüße

Anja Keukert

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